Alfred Sietas | Natur – Baum und Tier

Der Baum als größte biologische Erscheinung im natürlichen Lebensraum wirkt archaisch und imposant, er verkörpert Standfestigkeit, Ausdauer und Beharrlichkeit, er bietet einen eigenen Lebensraum, er beruhigt uns, er gibt Halt, er ist geduldig, er fasziniert. Vom Stamm bis in die einzelnen Blätter durchläuft er alle Stufen der Beweglichkeit. Die elastischen Wurzeln, der stabile Stamm, die ausladenden Äste und die beweglichen Blätter sind Teile eines Gesamtorganismus, der sich zusammen mit der umgebenden Luft quasi atmend bewegt, aber dennoch beharrlich auf seinem Standort verbleibt. Die farbliche und grafische Ästhetik seiner Erscheinung prägt das Gesamtbild seiner Umgebung.

Der Elefantenbulle steht im Wasserloch. Eben hat er gesoffen. Jetzt steht er und bewegt sich nicht. Er steht. Minutenlang ohne Regung. Dann verlässt er die Szene mit gemächlichem Schritt. Als Lebewesen befindet sich ein Tier immer in einer bestimmten Situation. Diese wird vom Menschen vor seinem Erfahrungshintergrund verstanden und im Zusammenhang mit der Erscheinung des Tieres interpretiert. Erscheinung und Situation machen eine Identifikation möglich, sie erlauben Zuneigung und Ablehnung, sie berühren den Betrachter.

Die Natur als Ursprungsumgebung des Menschen ist sein zentraler und verlässlichster Bezugspunkt. Sie ist Basis des Lebens und Sehnsuchtsfeld des Ruhesuchenden. Sie ist eine Quelle für den Fotografen.

Natur: Baum

Natur: Tier

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